Ordnung ist das halbe Leben (Küche)

Chaos in der Küche, keine Lust zum Aufräumen, weil es eh nichts bringt….wie ich aus dieser Spirale ausgebrochen bin, erfahrt ihr hier. Seitdem ich unsere Küche etwas umgestaltet habe, ist der Alltag viel entspannter. Ich kann aus meiner Erfahrung nur bestätigen: „Ordnung ist das halbe Leben“.

Abwärtsspirale Küchenchaos

Obst- und Gemüse selbst anzubauen schafft Bewusstsein für gesunde Ernährung. Das führt dazu, dass man mehr und mehr auch selbst zubereitet. Das macht Spaß und schmeckt (mir persönlich) besser. Bis zu dem Zeitpunkt an dem es droht zu viel zu werden – sowohl wegen der Zeit als auch wegen des Platzes in der Küche oder im Abstellraum (für all die Küchengeräte- und Hilfsmittel). Fehlende Zeit sorgt für Stress und fehlender Platz sorgt für Chaos. Bei mir war im letzten Jahr vor allem das Gefühl von Chaos der Grund, warum ich mich in meiner Küche nicht mehr wohl gefühlt habe.

Ende letzten Jahres habe ich es dann endlich geschafft zielführende Maßnahmen zu ergreifen, um aus dieser Abwärtsspirale im Küchenchaos wieder herauszukommen. Zunächst möchte ich aber darauf eingehen, wie es überhaupt zu dem Chaos gekommen ist.

Wie ist es dazu gekommen?

Als wir unsere Küche geplant haben, waren unsere mobilen Küchengeräte noch sehr überschaubar: Toaster, Wasserkocher, Handrührgerät und ein Zauberstab (Mixer). Eine Küchenmaschine war noch eingeplant. Aber es kam dann Jahr für Jahr doch mehr dazu als gedacht. Und bei mir sind tatsächlich alle Küchengeräte sehr regelmäßig in Benutzung.

Backen

  • Auf Empfehlung von einer Bekannten habe ich mir gebraucht eine Bosch MUM 6012 gekauft. Das ist ein älteres Modell, aber sehr gut geeignet, um größere Mengen Teig zu verarbeiten. Dumm nur, dass man nicht immer Teig mit mind. 1 kg Mehl zubereiten möchte. Also kam noch eine kleine Bosch Küchenmaschine dazu, die eine Freundin von mir ausgemustert hatte. Also habe ich jetzt zwei Küchenmaschinen, wobei die kleine Bosch irgendwann an einem zu festen Hefeteig im wahrsten Sinne des Worte zerbrochen ist (ein Zahnrad) und einer Kenwood-Küchenmaschine gewichen ist. Wer sich fragt, wozu man zwei Küchenmaschinen benötigt, der hat noch nicht angefangen Brot und Brötchen selbst zu backen. Das ist meine nächste Leidenschaft geworden.
  • Brot backen geht einfach nebenher? – nur bedingt. Am Anfang bin ich verzweifelt, wie soll man denn mal schnell ein Brot backen können, wenn man die langen Gehzeiten einhalten sollte? Und geschmeckt hat es auch nicht wirklich. Ein Jahr später habe ich dann den Sauerteig entdeckt und ab da ging es nur bergauf. Mittlerweile geht das Brotbacken (mit der richtigen Planung) nebenher und es schmeckt auch viel besser als gekauftes Brot. Prinzipiell brauch man zum Brotbacken nicht unbedingt viel Zubehör. Aber eine Brotschneidemaschine ist schon praktisch, vor allem wenn man sie bei einer Haushaltsauflösung übernehmen kann. Mit Gärkörbchen sieht das Brot professioneller aus, mit der Teigwanne bekommt vor allem Kleingebäck mehr Volumen. Und Mehl, sowie sonstige Zutaten sollte man auch ausreichend zur Verfügung haben…ihr seht schon: die Küche wird voller.

Kochen

  • Und dann gibt es noch so praktische Aufsätze für die Küchenmaschine, um Gemüse zu zerkleinern. Zuerst hatte ich einen Durchlaufschnitzler und einen Fleischwolf mit der großen Bosch gekauft, dann kam mit der Kenwood noch eine Trommelraffel dazu, dann wurde ich von einer Freundin auf den sehr gut funktionierenden Würfelschneider aufmerksam gemacht – und Zack habe ich seit Weihnachten noch einen Aufsatz mehr.
  • Findet ihr nicht auch, dass selbstgemachte Nudeln viel besser schmecken als gekaufte? Mit einer Handwalze ist das Nudelmachen aber schon sehr aufwändig…5 Monate Bedenkzeit und einen Nudelkurs später, bin ich seit Mai stolze Besitzerin einer automatischen Nudelmaschine von SELA. Und ich liebe sie, weil man einfach auch so viel ausprobieren kann mit verschiedenen Farben und Mehltypen.
  • Immer nur Nudeln, Reis oder Kartoffeln als Beilage? Langweilig! Irgendwann hatte ich über 10 Packungen mit verschiedenen Beilagen und keinen Überblick mehr.
  • Habe ich schon die vielen Dosen und Gläser erwähnt, die hilfreich sind zum Einfrieren und Einkochen? Die Gläser lagere ich zum Glück im Keller, aber die Dosen sind zum Großteil in der Küche. Da wir viel von Großeltern und Eltern übernommen haben, ist nur wenig sinnvoll stapelbar. Aber zum Wegwerfen ist es mir auch zu schade.

Hmm lecker

  • Besonders im Sommer hat man große Lust auf Eis. Leider sind die Preise in den letzten Jahren gestiegen und die Qualität vom Gefühl her eher gesunken. Mit meiner Erdnussallergie gehe ich eh nicht mehr so gerne in Eisdielen, weil ich nicht weiß, in welchem Eis der Eislöffel vorher war. Und im Garten gibt es so viele leckere Beeren, die sich prima für Eis eignen würden…vor 1,5 Jahren habe ich mir dann eine Eismaschine gekauft (Ninja Creami). Aus Anfangs drei Bechern zum Einfrieren, sind mittlerweile 7 geworden und den Plan die Eismaschine nur im Sommer in die Küche zu stellen habe ich auch schnell verworfen. Im Winter schmeckt Eis ja schließlich auch gut.
  • Die Kaffeemaschine hätte ich fast vergessen. Lange war sie bei meinen Eltern im Keller, bevor sie bei uns eingezogen ist. Es ist nur eine einfache Kapselmaschine (natürlich mit wiederverwendbaren Kapseln), aber sie braucht auch Platz.

Keiner wusste mehr, was in der Küche wohin gehört. Wie denn auch? Ich wusste es zum Teil ja selber nicht. Die Küche war chronisch unaufgeräumt und dann schafft man es erst recht nicht, Ordnung zu halten. Das Kochen machte nur noch halb so viel Spaß, da ich schon ans ungeliebte Aufräumen gedacht habe. Regelmäßiges Umräumen, um wieder Ordnung zu schaffen, hat das Ganze nur kurzfristig verbessert.

Das ist meine Lösung für mehr Ordnung in der Küche.

Die Motivation, dass ich etwas ändern möchte, kam von einer Freundin. Ihre Küche war nach einer Aufräumaktion chronisch aufgeräumt und es war einfach viel entspannter in ihrer Küche zu stehen als in meiner eigenen. Ihre Empfehlung war Entrümpeln und einheitliche Dosen für die Zutaten zum Kochen und Backen.

Platz schaffen

  • Entrümpeln: Was brauche ich gar nicht mehr? Was brauche ich nur selten und kann woanders gelagert werden? Dieser Schritt war bei mir nicht wirklich zielführend. Ich hatte in meiner Küche fast nur Sachen, die ich auch benutze und die Dinge, die ich in unsere Abstellkammer umgelagert habe, habe ich nach kurzer Zeit wieder in die Küche zurück geholt.
  • Arbeitsflächen frei halten: Ist es nicht schön, wenn möglichst viel in irgendwelche Schränken und Schubladen verschwinden kann und man es einfach nicht mehr sehen muss? Ein Jahr lange habe ich das versucht, aber es war irgendwie nie genug Platz in den Schränken, um alles zu verstauen.
  • Kurz vor Weihnachten kam die Erlösung: Zwei neue Küchenschränke. Wir hatten das Glück, dass eine Küchenerweiterung möglich war, weil wir uns bei der Küchenplanung gegen Hängeschränke entschieden hatten und für ein Eck keinen passenden Küchenschrank gefunden hatten. Jetzt, sechs Jahre später, wussten wir was passt. Über dem bestehenden Regalbrett über dem Herd sind zwei neue Hängeschränke und im Eck bei der Heizung ist ein richtiger Küchenschrank mit viel Abstellfläche für unsere Küchengeräte dazugekommen. Endlich kann man abends auch den silbernen Rollo zu machen und die Küchenmaschine verschwinden lassen. Das Aufräumen geht jetzt wie von selbst.
  • Nicht jeder hat Platz, um in die Küche weitere Schränke zu hängen oder zu stellen. Alternativ könnte man in Schränken im Esszimmer z.B. Gläser, Teller und Servierschüsseln unterbringen.

Geschickt eingeräumt

  • Zum Kochen braucht man Gewürze und zwar möglichst griffbereit neben dem Herd. Ich hatte sie zuerst in einem kleinen Auszugschrank. Den Platz habe ich aber dann für Essige und Öle benötigt. Also sind die Gewürze auf das Regalbrett über den Herd gekommen und das sah einfach nicht schön aus. Nach der Küchenerweiterung hatte ich eine Schublade neben dem Herd frei und da durften meine Gewürze einziehen. Und das ist echt der beste Platz, den ich mir vorstellen kann.
  • Die nächste Baustelle sind Schubladen, egal ob große oder kleine. Man hat einfach einiges an „Krimskrams“, „Gedöns“. Vieles ist durcheinander gepurzelt und man musste erst suchen, wenn man es gebraucht hat. Beim TEDi habe ich kleine Klappboxen gefunden. Die haben mir sehr geholfen, um endlich Ordnung zu schaffen.
  • Lange habe ich überlegt, ob es sich lohnt: Einheitliche Dosen für Koch- und Backzutaten. Anfangs hatte ich alles in Gläsern (z.B. von Essiggurken). Die waren aber nicht stapelbar. Nach und nach kamen viele Tütchen dazu. Ich habe den Überblick verloren, was noch da ist und was ich hätte nachkaufen müssen. Nicht selten ist es mir passiert, dass ich Hirse kochen wollte und es war gar nicht mehr genug da. Nachdem ich über ein Jahr mit der zunehmenden Unordnung gekämpft habe, war klar: Dosen müssen her. Zum Glück sind Dosen mittlerweile auch sehr günstig zu bekommen. Ca. 30 Dosen in verschiedenen Größen habe ich gebraucht und wurde wieder beim TEDi fündig. Mit den Dosen ist es echt ein Unterschied wie Tag und Nacht. Man sieht übersichtlich was da ist und bei der Beschriftung habe ich auch gleich noch dazu geschrieben, wie z.B. die Hirse zubereitet werden muss.

Deko

  • Ein letzter Punkt, der mich noch gestört hat, waren die kahlen Wände in der Küche. Ich habe schöne Bilder aus dem Garten ausgesucht und in einfachen Rahmen aufgehängt. Druck auf Leinwand o.ä. sind mir zu teuer.

Jetzt bin ich mit meiner Küchenordnung zufrieden und genieße den Küchenfeierabend. Für weitere große Küchengeräte ist allerdings kein Platz mehr, ich habe aber aktuell auch nicht das Bedürfnis für weitere Anschaffungen. Hoffentlich bleibt das auch so.

Garteneinblicke

Zum Schluss gib es noch ein paar Einblicke in meinen „Wintergarten“.

Zu Ernten gibt es gerade eigentlich nur Kohl und Feldsalat. Der Postelein wurde etwas vom Frost in Mitleidenschaft gezogen, steht aber schon wieder in den Startlöchern für den Neuaustrieb. Schwarzwurzeln und Pastinaken habe ich auch noch, für die Ernte muss aber der Boden erst wieder aufgetaut sein.

Im November hat noch eine Mittagsblume ihre Schönheit gezeigt und jetzt im Januar steht schon wieder der Winterschneeball in den Startlöchern. Unser Maulwurf ist gerade jetzt im Winter auch sehr aktiv.

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