Warum bilden Radieschen keine Knollen?

Ich denke das wird vielen Gärtnern von euch genauso gehen: manches Gemüse, das man gesät hat, will einfach nichts werden. Bei mir war das letztes Jahr bei den Radieschen der Fall. Ich habe drei mal den Sommer über Radieschen gesät und dabei ist genau eine kleine Knolle rausgekommen. Der Rest ist gleich in Blüte gegangen. Also habe ich etwas nachgeforscht was der Grund sein könnte, warum meine Radieschen keine Knollen ausbilden wollten.

Gründe für fehlende Knollenbildung

  • Falsche Sorte: Es gibt verschiedene Sorten, die für den Frühling, Sommer oder Herbstanbau geeignet sind. Baut man eine Frühlingssorte bei heißen Temperaturen im Sommer an, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie ohne Knollenbildung in Blüte geht.
    • Ich hatte letztes Jahr die Sorte „Riesenbutter“. Die Aussaat soll von Mai bis August möglich sein. Meine Aussaatzeitpunkte lagen in diesem Zeitfenster.
  • Ungünstiges Wetter: Der Anbau von Radieschen ist eher im Frühling geeignet. Sie keimen bei tiefen Temperaturen (6 – max. 20°C) und die Knollenbildung wird ab 26°C gestört. Wenn es zu heiß ist bilden die Radieschen sehr schnell viel Blattgrün aus, kommen dadurch erst gar nicht zur Knollenbildung und gehen gleich in Blüte.
    • Die Hitze im Sommer könnte durchaus ein Grund gewesen sein, warum meine Radieschen keine Knolle gebildet haben. Was ich mich an dieser Stelle frage, ist, warum es überhaupt Sorten für den Sommeranbau gibt, wenn es die Radieschen eher kühl mögen.
  • Falscher Boden
    • Boden überdüngt: Radieschen mögen keinen frischen organischen Dünger
    • Boden zu fest: Radieschen mögen einen humosen, durchlässigen, gleichmäßig feuchten Boden
      • Ich habe letztes Jahr die Beete, auf denen ich gesät habe, neu angelegt. Die Beete wurden komplett neu mit Erde befüllt. In die vorhandene Erde habe ich ein bisschen Kompost eingearbeitet. Also hatte ich einen lockeren und nicht überdüngten Boden. Es könnte allerdings durchaus sein, dass ich den Boden nicht gleichmäßig feucht gehalten habe.
  • Falsch gesät
    • Zu tief gesät: Radieschen sind Dunkelkeimer, man sollte sie aber trotzdem nicht zu tief säen (max. 1-2cm).
    • Zu dicht gesät: Hat man zu dicht gesät bekommen die Radieschen zu wenig Licht und haben keinen Platz. Sie kommen in Stress und gehen gleich in Blüte, um für Nachkommen zu sorgen, die dann hoffentlich bessere Bedingungen haben. Das gleiche gilt, wenn man sie an einen zu schattigen Platz sät.
      • Ich habe breitwürfig ausgesät. Es sind nicht viele Radieschen aufgegangen. Also könnte es durchaus sein, dass ich die Samen mit zu viel Erde bedeckt habe oder die Schnecken waren am Werk. Da ich recht ungleichmäßig gesät habe, kann es auch sein, dass die Radieschen teilweise zu eng standen.

Neues Jahr, neues Glück

Dieses Jahr wollte ich alles richtig machen um endlich schöne Radieschen zu ernten.

  • Zuerst habe ich mir die Sorte „Sora“ besorgt. Sie kann schon ab März ausgesät werden.
  • Dieses Mal habe ich in Reihen mit einem Saatband gesät, so dass die Radieschen gleich bei der Keimung ausreichend Abstand hatten. Die Samen habe ich ca. mit 1cm Erde bedeckt.
  • Die Beete (Gewächshaus und Hochbeet) waren neu angelegt. Der Boden war locker und ich habe nur wenig Kompost eingearbeitet.

Juhu: 4-6 Wochen nach der Aussaat Anfang April konnte ich wunderschöne und nicht zu scharfe Radieschen-Knollen ernten.

Anfang Mai habe ich dann noch einmal mein Glück mit der Sorte „Riesenbutter“ versucht. Ich habe zeitgleich im Gewächshaus eine Reihe „Sora“ und eine Reihe „Riesenbutter“ gesät. Beide Sorten haben schön gekeimt. Die „Sora“ hat schnell schöne Knollen ausgebildet. Die „Riesenbutter“ haben erst spät mit der Knollenbildung angefangen und sind dann wieder gleich geschosst. Also irgendetwas stimmt mit meinem Saatgut oder dieser Sorte nicht.

Fazit

Ich muss gestehen, dass ich kein riesen Fan von Radieschen bin, da sie mir eigentlich zu scharf sind. Aber klein geschnitten sind sie im Blattsalat echt lecker und bringen etwas Farbe auf den im Frühjahr noch nicht so vielfältigen Gartentisch. Deshalb werde ich in Zukunft ab März (ggf. im Gewächshaus schon eher) bis Mitte April Radieschen säen. Danach wird es zu warm, die Radieschen schärfer und es gibt genügend andere Salat-Toppings, die mir besser schmecken. Der „Riesenbutter“ gebe ich nächstes Jahr im März noch eine Chance. Wenn sie wieder keine Knolle ausbildet, kann ich zumindest das Blattgrün im Salat, für Dips oder ein Pesto verwenden.

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